Sonderausstellungen

Regelmäßig finden im Dachgeschoss des ehemaligen Pfarrhauses Sonderausstellungen statt. Diese beschränken sich nicht nur auf Themen rund um die Person Heinrich Schliemann, sondern gewähren auch einen Einblick in weitere interessante Bereiche. Besucher können sich also überraschen lassen. Ein Besuch im Schliemann-Museum lohnt sich.

Panagiota Kapogianni

Vom 25.06. - 30.09.2021 zeigt das Schliemann-Museum in Ankershagen in einer ganz besondere Schau die Bilder- und Skulpturenwelt der in Griechenland geborenen Malerin Panagiota Kapogiannis.

Schon früh zeigte sich bei Kapogiannis die Begeisterung zur Kunst. In den 1960er Jahren begann sie zunächst in Berlin ein Studium der Malerei an der Hochschule der Künste und wechselte dann zum Lette-Verein, um sich als Fotografin ausbilden zu lassen. Es folgten vereinzelt kleinere Ausstellungen, die allerdings zum Broterwerb der Familie nicht ausreichten. Erst in den 90-ern vollzog sich der eigentliche Schritt in die Kunstwelt – Kapogiannis fand zur Malerei, doch dieses Mal mit einem klaren künstlerischen Selbstverständnis.

Ihre Bilder als auch Skulpturen sprechen einen ganz eigenen Stil. Die Künstlerin verbindet Traditionelles mit Modernem. Sie greift dabei auf Themen der antiken Mythologie und Motive griechischer Überlieferungen zurück. Die Bilder, die in der kommenden Ausstellung gezeigt werden, bestechen durch ihr leuchtendes Kolorit: „In meiner Malerei verwende ich gerne die Farben Blau, Gelb und Rot. Mit der Farbe Blau assoziiere ich das Meer und die Freiheit. Die Farbe Rot ist für mich die Wärme der Sonne und das Pathos.“, so die Künstlerin selbst. Es herrscht in ihren Gemälden eine scheinbar kindlich-anmutende Wiedergabe der Welt mit einer archaisch-wirkenden Raum- und Körperdarstellung. Kapogiannis beschränkt sich auf das Wesentliche, ihre Werke erlangen somit einen symbolischen Charakter, weg vom Realismus.

Bereits als Kind faszinierte Kapogiannis die Kalligrafie. Alle ihre Schulhefte waren damit kunstvoll geschmückt, wie sie selbst schilderte. Seit nun gut 15 Jahren beschäftigt sie sich intensiv auch in ihren Werken mit chinesischen Logogrammen und besonders der Minoisch-Mykenischen Schrift, der Linear A+B. Daraus entstand ein ganzer Bilder-Zyklus, eine Art Choreografie der Schriften. Sie schlägt damit eine Brücke von der klassischen Kunst mit einer optischen Zeitreise zu den Quellen der griechischen Kultur.

Wie Heinrich Schliemann mit seinen bedeutenden Ausgrabungen in Mykene und Troja einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der griechischen Kultur geleistet hat, so ergänzt der Bilderkosmos Kapogiannis künstlerisch, als auch poetisch die Dauerausstellung zu Schliemann in Ankershagen auf ganz besondere Weise.

Alle Besucher sind herzlich eingeladen sich auf diese spannende Synthese von Malerei und Archäologie, von Traditionellem und Modernen beim Besuch der Sonderausstellung im Schliemann-Museum einzulassen.

Vergangene Sonderausstellungen

„40 Jahre Sonderausstellungen im Schliemann-Museum Ankershagen" 
(31. August 2020 - 30. November 2020)

„Werner Schinko `90 Märchen“
(16. November 2019 - 01. März 2020)

Heinrich Alexander Stoll – Viel mehr als nur der „Traum von Troja“
(29. März 2018 - 9. September 2018)

„Die unendliche Geschichte vom „Trojanischen Pferd“
(21. Mai 2017 – 17. September 2017)

 „Gesichter der DEFA – Fotoausstellung von Sandra Bergemann“
(24. September 2016 – 31. März 2017)

„Archäologie und Archäologen im 19. Jahrhundert“
(26. Februar 2016 – 04. September 2016)

„Metamorphosen 2015 – Skulptur, Plastik, Malerei und Graphik von Heinrich und Barbara Zenichowski“
(23. Mai 2015 – 23. August 2015)

„Kampf um Troja – Urgeschichte und Altertum in Kinder- und Jugendbucheditionen der DDR“
(05. Dezember 2014 – 17. Mai 2015)